Hajdú/Czakó 2+2=4xart, Budapest, Magyarországi Németek Háza

Hajdú László és Czakó Margit közös kiállítása a Krimmel és Krimmel művészpárral szeptember 7-én 18 órakor nyílik.

A kiállítást megnyitja: Hajdú Beáta textiltervező
Köszöntőt mond Johann Schuth a VUdAK elnöke.

Magyarországi Németek Háza
1062 Budapest, Lendvay utca 22.
Sehr geehrte Damen und Herren,
2+2=4XART
Hinter dem Titel verbergen sich die Arbeiten von 4 Künstler. Zwei Ehepaare, auch meine Eltern.
Es verbindet die 4 Künstler eine alte Freundschaft, in vielen Sichten ähnliche Lebensart, ähnliche Denkweise über die Kunst. Zwei von ihnen sind Textilkünstler, die anderen beide sind Maler. Sie sind offen für die Welt, sie betrachten die Grenzen zwischen den Kunstgattungen nicht als strenge Schranken. In ihren Auffassung sind diese Grenzen überschreitbar.
Diese Freundschaft hat eine gewisse Vergangenheit. Mehrere gemeinsamen Ausstellungen begründen, dass sie ihre neuesten Arbeiten hier Budapest, in der HdU vorstellen. Die Künstler haben sich vor 15 Jahren in Szentendre, bei einer Ausstellung kennen gelernt, die im Rahmen eines vom Böblinger Kunstverein initiierten Ausstellungs-Austausches stattfand. Seit dem haben viele, wertvolle menschliche und kulturelle Begegnungen ihre Freundschaft vertieft.
Letztes Jahr fand eine Ausstellung von Gerard Krimmel und László Hajdu in Stuttgart, im Ungarischen Kulturinstitut statt, im Rahmen vom VUDAK. So kommen wir zum heutigen Ereigniss, dass sie ihre Werke hierher in den HdU mitgebracht haben.
Bitte erlauben Sie mir, dass ich paar Worte über die Künstler sage.
Linda Krimmel war an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stundentin beim Herrn Prof. Wollner, im Studiengang Textildesign. Webtechnische Ausbildung hat sie in Sindelfingen an der Gottlieb- Daimler Gewerbeschule absolviert. Sie hat an vielen Ausstellungen mitgewirkt, ihren Namen finden wir in zahlreichen Katalogen. Ihr wurden nationale und internationalen Auszeichnungen verliehen. Ihre Kunstwerke sind im Österreichischen Museum für Angewandte Kunst in Wien und in München und in vielen Privatsammlungen zu finden.
Sie ist mit einer rastlosen Neugier auf der Suche nach den Ausdrucksmöglichkeiten von Geweben und anderen Materialen. Von den früheren flachen Webstrukturen hat sie sich zu den Möglichkeiten der räumlichen Gewebe gewendet, und so hat sie eine neue Form der Textilen Skulptur gegeben. Sie hat mit Hilfe der Weberei neue Räume entdeckt. In ihrer künstlerischen Tätigkeit spielen immer grössere Rolle die Fundstücke, aus denen sie mit grosser Kreativität, mit ergreifend persönlichem und weisem Humor ihre antropomorphen Figuren ins Leben ruft. Diese humanisierten und durch Metamorphose umgewandelten Figuren tragen solche menschliche Psyche,
dass wir oft uns selber und unsere Mitmenschen in ihnen erkennen.
Die gleiche kreativ, freudevolle, schöpferische Kraft wirkt bei ihr wenn sie an ihren Bildern arbeitet. Ihre eigenen gemalten Flächen zerstückelt, gerissen, erzeugt. Material für Kollagen, die sie wieder bemalt, überzeichnet, übermalt, bis zum endgültigen Ausformung des Bildes.

Die Textilkunst von Margit Czakó fundiert auf den strengeren Regeln der Gobelinweberei. Ihre Laufbahn hat mit der Ausführung von Gobelinentwürfen von Jenő Barcsay, Dezső Korniss begonnen. Merkmale ihren eigenen Arbeiten sind die gründlichen Kenntnisse der Techniken der Gobelinweberei, Traditionsbewusstsein und die Lust für Experimente. Ein Teil der hier ausgestellten Arbeiten sind s.g. Gittergewebe. Die sind auf einem Holzrahmen hergestellt, der gleichzeitig die Funktion eines Webstuhls erfüllt und auch der Rahmen von der fertigen Arbeit ist. Sie wählt naturnahe Motive, und entbehrt auch die lustigen, spielerischen Elementen nicht. In dieser Hinsicht können wir Verwandtschaft mit den Arbeiten von Linda entdecken. So z.B.: das „Wellenbad” oder die an wartende Vögel erinnernden Figuren von dem Bild „Fütterung”.
Margit Czakó kreiert Serien, fächert die möglichen Variationen eines Gedankens. So ist die Gruppe der „Garnlichter” entstanden. Das Motiv entstand aus dem in 9 Variationen geteilten Kreis. Er erscheint in 3 Variationen: Rot, Schwarz und helle, warme Wollfarbe. Die aus glänzenden und mattem Garn gewebten Minitextilien ergänzen sich, durch ihre Verschiedenheit und Gleichheit, erinnern sie uns an die Welt des Mikrokosmos.
Gerard Krimmel hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert und war dort später Kunstlehrer. Später war er als Gastdozent an der Gesamthochschule in Kassel. Lange Jahre war er Lehrer an der Musik- und Kunstschule in Böblingen.
In seiner Tätigkeit spielt eine wichtige Rolle ein sozial sehr sensible philosophischer Hintergrund. Viele haben die Meinung, dass die Kunst das Gewissen von der Menschheit ist. Das ist im Grunde sehr richtig für alle Tätigkeiten vom Gerard Krimmel. Bei ihm ist ständig die angstvolle Frage: gestalten wir uns selber und unsere Welt so, dass wir nie mehr fähig werden, in dieser Welt zu leben? Es geht hier um nichts anderes, als um die ständige Besorgtheit der Künstler gegenüber den fragwürdigen Erscheinungen seiner Zeit.
Die Gesellschaft entfernt sich immer mehr von ihrer natürlichen Welt, die Geldmacht wirtschaftet verantwortungslos mit den von der Erde geliehenen Energiequellen und den Menschen ernährenden Gütern. Krimmel macht Projekte für die Rehabilitation verschmutzter, ausgebrannter Landschaften, und mit Landschaftsplanung zusammenhängende Programme. Er beschäftigt sich mit Farbkonzepte für öffentliche und private Gebäude. Er ist Initiator und aktiver Ausführer von LandArt Programmen.
Letztes Jahr hat er zusammen mit seiner Frau, Linda an einem großen Projekt teilgenommen, was bio Landwirte zusammen mit Künstlern organisiert haben. Das Projekt hieß FELDART. Zusammen mit den Bauern haben sie großzügige, sich in die Landschaft einfügende visuelle Kunstwerke gestaltet. Das Material dieser Kunstwerke war die Vegetation selbst, die Pigmente waren die vielfältige Farben der Blumen, und deren Änderung mit den Jahreszeiten. Das Ziel dieses Projekt war, die Aufmerksamkeit für die Bedrohtheit der Kleinerzeuger durch die Globalisation gewinnen.
Diese Sichtweise ist spürbar auch in den Bildern von Gerard Krimmel.
In Krimmels neuesten Bilder tauchen Buchstaben und Zahlen auf. Sie sind lesbar, erscheinen vereinzelt, in Zusammenhängen, sie sind übereinander gelagert, entstellt oder gedeutet.
Die Zeichen sind eingebettet in Farbflächen und zeichnerischen Strukturen. Sie sind Versinnbildlichung von Klang- und Zischlauten, wie sie der Mensch als Urmittel der Verständigung schon immer hervor bringt.
In bestimmten Reihungen und definierten Zusammenhängen benutzt, ergeben sie, in der jeweiligen Sprachwelt, durchaus sinnstiftende Mitteilungen. Die Bilder, die Zeichen der Sprachen, sind in dauernden Wandel. Sie verändern sich. Ereignisse, Erfindungen, Forschungen, Produkte, Medien schaffen neue Mitteilungswelten und entwickeln sprachliches Vermögen. Die Informationsflüsse sind so breit und vielgestaltig geworden – es herrscht babylonische Vielfalt. Ein „M“ ist kein „M“, ein „NO“ ist kein „ON“, „weiss“ ist Frühling und „Gelb“ ist Unsinn, „Fallendes Blau komponiert schwarze Raben“, ist „OBE“ Unsinn? Wissen verführt zu Macht und Isolation.
Diese Bilder sinnieren über Klingen und Zischen, über Schnalzen und Gurgeln, über Farben und melodischen Linien, über Urlaute der menschlichen Stimme.
Hinter den neuesten Arbeiten von meinem Vater steht trotz ihrer Abstraktheit eine ähnliche Gedankenwelt. Er ist unbeirrt auf der Suche nach bildlichen Metaforen, die die Situation des Menschen in der Welt, den Sinn seines Daseins darstellen. Das in den Bildern zum Ausdruck gebrachte Maß, die Zurückhaltung, das mit wenig aber genügend Mitteln gemalte Werk als solches ist das Ziel, das jeder verantwortungslosen Verschwenderei gegenübergestellt werden kann. Dieses bewusst erklärte Programm, steht sehr nah der Arte Povera und schlägt eine deutliche Brücke zur Minimalart. Er versucht seine Bilder aus immer weniger aber wichtigen, dominanten Elementen aufzubauen.
Er meint, dass der Maler nicht ganz das malt, was er möchte. Das Bild wird aus einer außerhalb vom Maler existierenden Quelle gespeist. Der Maler ist ein Medium, durch das aber ein höherer Wille sich erklärt. Er erfüllt eine Vermittlerrolle, als Teil eines jahrtausende alten Prozeßes. Das Zentrale Problem der Malerei ist der Raum, wo sich an der Grenze vom Endlichen und Unendlichen das große Drama des menschlichen Bewusstsein abspielt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
diese Ausstellung hier in der HdU zeigt, das die über die Grenzen greifenden geistigen Kontakte sehr wichtig sind, beweist aber auch, dass die Gedanken gemeinsam sind, Grenzen trennen uns nicht.
Im Namen von den Künstlern möchte ich Danke sagen an den Initiator VUDAK, an Herrn Johann Schuth Vorsitzender vom Vudak, an Herrn Andreas Bock und an seine Mitarbeiter, dass diese Ausstellung zustande kommen konnte.
Bitte sehen Sie die Ausstellung an.




Hozzászólás